Ratgeber Sicherheit
Sturzgefahr zu Hause. Risiken erkennen und vorbeugen
Ein Sturz verändert im Alter oft viel. Hier steht, woran Sie ein erhöhtes Sturzrisiko erkennen und was zu Hause hilft.Warum das Thema wichtig ist
Ein Sturz ist oft mehr als ein Missgeschick
Das Sturzrisiko beschreibt, wie wahrscheinlich ein Sturz für eine Person ist. Es ist bei jedem Menschen anders und hängt von mehreren Faktoren ab, die sich zum Teil beeinflussen lassen.
Für ältere Menschen kann schon ein einzelner Sturz Folgen haben: Verletzungen, Verunsicherung und die Sorge, sich weniger zuzutrauen. Wer die Risiken kennt, kann gezielt gegensteuern, bevor etwas passiert.
Risikofaktoren
Sechs Faktoren, die das Sturzrisiko erhöhen
Meist wirken mehrere zusammenGleichgewicht und Muskelkraft
Nachlassende Kraft, eingeschränkte Beweglichkeit und Gangunsicherheit sind häufige Gründe für Stürze.
Sehvermögen
Wer Stufen, Kanten oder Hindernisse schlecht erkennt, stolpert leichter. Regelmäßige Sehtests sind sinnvoll.
Kreislauf und Erkrankungen
Kreislaufprobleme und bestimmte Erkrankungen können zu Schwindel oder plötzlicher Unsicherheit führen.
Medikamente
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, etwa Müdigkeit oder Schwindel, können das Sturzrisiko erhöhen.
Wohnumfeld
Lose Teppiche, Schwellen, Kabel, schlechte Beleuchtung und fehlende Haltegriffe sind typische Stolperfallen.
Frühere Stürze
Wer schon gestürzt ist oder beinahe gestürzt wäre, hat ein höheres Risiko. Auch Beinahe-Stürze sind ein Hinweis.
Warnzeichen
Woran Sie ein erhöhtes Risiko erkennen
Diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen:
- Unsicheres Gehen
- Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinsetzen
- Häufiger Verlust des Gleichgewichts
- Bereits ein Sturz oder Beinahe-Sturz
- Die Person sucht zunehmend Halt an Möbeln oder Gehhilfen
Einzelne Anzeichen bedeuten nicht automatisch ein hohes Risiko. Sie sind aber ein guter Anlass, genauer hinzuschauen und mit der Hausarztpraxis zu sprechen.
Zuhause prüfen
Die Wohnung Raum für Raum durchgehen
Die meisten Stürze passieren im gewohnten Umfeld. Gehen Sie deshalb Raum für Raum durch, am besten gemeinsam mit der betroffenen Person:
- Flur und Wohnräume: lose Teppiche und Läufer entfernen oder rutschfest fixieren, Kabel verlegen, Laufwege freihalten
- Bad: Haltegriffe an Dusche, Wanne und Toilette, rutschfeste Matten
- Schlafzimmer: Licht in Reichweite des Bettes, Nachtlicht für den Weg zur Toilette
- Treppe und Eingang: gute Beleuchtung, feste Handläufe, markierte Stufenkanten
- Alltag: festes, geschlossenes Schuhwerk auch in der Wohnung
Schon kleine Veränderungen können Risiken im Alltag senken. Dass eine nicht angepasste Wohnung zu den typischen Fehlern bei der Pflegeorganisation zählt, lesen Sie auch in unserem Ratgeber dazu.
Ärztliche Abklärung
Ursachen klären lassen
Wenn Gehen oder Aufstehen schwerfallen oder es bereits zu Stürzen kam, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Die Hausarztpraxis ist dafür die erste Anlaufstelle.
Fachpersonen schätzen das Sturzrisiko anhand der Vorgeschichte, der Beweglichkeit und der Gesamtsituation ein, also Erkrankungen, Medikamente und Wohnumfeld. Dafür gibt es Testverfahren wie den Timed-Up-and-Go-Test. Diese Tests sind für Fachpersonen gedacht und sollten nicht allein zu Hause durchgeführt werden.
Wichtig bei Medikamenten: Lassen Sie sie ärztlich überprüfen und ändern Sie nie eigenmächtig etwas an der Einnahme.
Zuschuss der Pflegekasse
Umbauten in der Wohnung können bezuschusst werden
Wenn Haltegriffe, eine bodengleiche Dusche, ein Treppenlift oder andere Anpassungen die häusliche Pflege ermöglichen oder erleichtern, kann die Pflegekasse einen Zuschuss zahlen. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad. Die Höhe und die Bedingungen können sich ändern, wir informieren Sie gerne über den aktuellen Stand.
So gehen Sie vor:
- Kostenvoranschlag einholen
- Antrag bei der Pflegekasse stellen, vor Beginn der Arbeiten
- Erst nach schriftlicher Bewilligung umbauen
- Rechnung einreichen
Mehr dazu finden Sie unter Wohnumfeldverbesserung und Hilfsmittel und Wohnraumanpassung. Für kleinere Pflegehilfsmittel und für Hilfen beim Aufstehen und Umsetzen, etwa mit einem Lifter, beraten wir Sie gern ebenfalls. Wer noch keinen Pflegegrad hat, kann ihn jetzt beantragen.
Ambulante Pflege in Arnsberg
Unterstützung im Alltag, direkt zu Hause
Ein ambulanter Pflegedienst kann viele Situationen entschärfen, in denen Stürze passieren, etwa beim Duschen, beim An- und Auskleiden oder bei der Körperpflege. Gerade im Bad ist die Sturzgefahr besonders hoch.
Wir unterstützen Menschen in Arnsberg, zum Beispiel in Neheim, Hüsten, Oeventrop, Müschede, Herdringen und Freienohl. Wir beraten Sie auch zu Hilfsmitteln und zur Wohnumfeldverbesserung. Ob die Pflege zu Hause oder im Heim besser passt, erklären wir in unserem Vergleich.
Persönliche Beratung
Sicherheit zu Hause beginnt mit einem Gespräch
Wir schauen gemeinsam auf Ihre Situation und zeigen, welche Unterstützung und welche Zuschüsse infrage kommen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Sturzgefahr
Woran erkenne ich ein erhöhtes Sturzrisiko?
Warnzeichen sind unsicheres Gehen, Probleme beim Aufstehen, häufiger Gleichgewichtsverlust und frühere Stürze oder Beinahe-Stürze. Einzelne Anzeichen bedeuten nicht automatisch ein hohes Risiko, sind aber ein Anlass für ein Gespräch mit der Hausarztpraxis.
Was kann ich in der Wohnung sofort tun?
Lose Teppiche entfernen, Kabel verlegen, Laufwege freihalten, für gutes Licht sorgen und im Bad Haltegriffe und rutschfeste Matten anbringen.
Zahlt die Pflegekasse für Umbauten?
Ja, bei anerkanntem Pflegegrad kann die Pflegekasse einen Zuschuss für Maßnahmen zahlen, die die häusliche Pflege erleichtern. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Die aktuellen Bedingungen besprechen wir gerne persönlich mit Ihnen.
Was tun nach einem Sturz?
Bei Schmerzen, Verletzungen oder einem Aufprall auf den Kopf sollte sofort ärztliche Hilfe geholt werden, im Notfall über 112. Auch ohne sichtbare Verletzung sollte die Hausarztpraxis informiert werden, damit die Ursache geklärt werden kann.
Ändert der Pflegedienst etwas an der Sturzgefahr?
Ein Pflegedienst unterstützt bei Aufgaben, bei denen Stürze häufig passieren, etwa beim Duschen oder An- und Auskleiden, und berät zu Hilfsmitteln und Wohnumfeld.
Kontakt
Wir sind für Sie da
Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, wir beraten Sie unverbindlich.- Jetzt anrufen 0 29 31 - 87 14 94 0
- E-Mail pflegedienst@lichtblick-arnsberg.de
- Adresse Zum Schützenhof 37, 59821 Arnsberg
- Montag –, –
- Dienstag –, –
- Mittwoch –, –
- Donnerstag –, –
- Freitag –
